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Die Stolzenburg-Ruine

 

Wissenswertes zur Stolzenburg-Ruine

Auszug aus der Sötenich-Chronik Teil 1 (bis 1900), von Georg May

Auf einer mächtigen Bergkuppe stand die Stolzenburg. Mauerreste auf dieser Kuppe bekunden, dass hier umfangreiche Gebäude bestanden haben müssen. Es sollen Fundamente einer Römerburg sein, die zur Bewachung des Römerkanals dienen sollten (Quelle: Virmond, Geschichte des Kreisen Schleiden 1888).

Jedoch ist diese Burg seit der Karolingerzeit (750 - 900) geschichtlich nachweisbar. Fundgegenstände die dort gefunden wurden, sind von einem Geschichtsprofessor und Geschichtsforscher als der karolingischen Zeit angehörig festgestellt worden. Dass die Burg in der Ortsgeschichte später noch eine Rolle gespielt hat, wird noch erwähnt werden.

Unter der Stolzenburg befinden sich eine Reihe unterirdischer Gänge und Höhlen. Erst 1953 wurden wieder zwei unterirdische Gänge an der Kurve der Stolzenburg in einer Tiefe von 2 Metern entdeckt, aber wieder zugeschüttet. Leider sind die anderen Gänge auch zum Teil verschüttet, so dass sich über die Bedeutung dieser Gänge nichts Sicheres sagen lässt. Ein anderer Gang wurde am Hermann-Josef-Bach gegenüber festgestellt und über 50 m verfolgt. Er war säuberlich ausgemauert, 2 m hoch und über 1 m breit. Um die römische Wasserleitung handelt es sich hier nicht, weil diese bedeutend kleiner ist. Verfehlt wäre es, diese Gänge als Erzgänge zu bezeichnen, denn das Dolomitgestein der Stolzenburg ist nicht so erzhaltig, dass es abbaufähig wäre. Ferner sprechen gegen Erzgänge die fast senkrechten Schächte auf der Stolzenburg. Sie widersprechen auch jedem Stollen- und Erzbergbaubetrieb, denn solche Stollen wären ebener in den Berg hinein geführt worden

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                                         Grundriss der Stolzenburg

Es wird vermutet, dass es sich bei einigen Gängen um Verbindungsgänge zu einem Wachtkastell auf dem Bilstein handeln könnte. Ob dort ein solches Kastell gestanden hat, ist mehr als fragwürdig, wenn auch behauptet wird, dort säuberlich zugehauene Steine gefunden zu haben und die Ruine durch Wald verwachsen sei. Jedenfalls hätten solche Verbindungsgänge in dem sumpfigen Urfttal und bei dem wasserdurchlässigen Grundgestein meistens unter Wasser gestanden und wären unbrauchbar gewesen. Wahrscheinlich wird es sich bei diesen Schächten und unterirdischen Gängen um Notausgänge handeln bei eventuellen Überfällen oder einer Belagerung.

Um die Stolzenburg drehen sich auch einige Volkssagen. Oft ist an Volkssagen etwas Wahres. Wie weit diese bezüglich der Existenz zweier Burgen und der unterirdischen Höhlen der Stolzenburg näher kommen, bedarf einer gründlichen Nachforschung.

Die von Nordost nach Südwest gerichtete Anlage bildet ein Oval von 75 m größter Ausdehnung. Starken Schutz gewährten bei abfallendem Gelände Wall und Graben auf der Ostseite der Anlage. Die Wohnräume liegen entlang der Ostmauer, etwa 4 m über dem Graben. Die Räume am Ostende, mit dem etwa 1,50 m hohen Eingang dazwischen, könnten Tortürme gewesen sein. Aus dem Felsen wurde, wie die Stollen zeigen, das Baumaterial gebrochen und gleichzeitig Keller- räume geschaffen. Aus einem der Turmfundamente wurden Fundgegenstände geborgen, die mittelalterlich sein dürften.

Eine der vielen Stolzenburg-Sagen berichtet: „Über dem Tal der Urft führte von der Stolzenburg zu der Burg auf dem Bilstein eine Lederbrücke. Die Bewohner haben hier mit runden Broten und Käseballen gekegelt. In den Hallen der Burgen haben sie Saufgelage abgehalten. Den armen Leuten gaben sie nichts von ihrem Überfluß, sondern hetzten die Hunde auf sie. Einmal sei unter der Gestalt eines Bettlers der Herr Jesus gekommen. Auch er wurde fort gewiesen, da sie ihn nicht erkannten. Da erhielten sie für ihren Hochmut ihre gerechte Strafe. Plötzlich versanken die Burgen in den Abgrund.”

Im Urfttal führte eine Straße von Köln nach Trier, auf der die Kaufleute ihre Waren transportierten. Die Raubritter der Stolzenburg überfielen die Kaufleute und plünderten sie aus. Die Kaufleute wurden in die dunklen Verließe gesteckt, bis sie ein schweres Lösegeld bezahlt hatten. Wer kein Lösegeld bezahlen konnte, musste in diesen Verließen verschmachten.

Über die Zerstörung der Stolzenburg ist geschichtlich, oder durch Dokumente nichts bekannt. Nicht mehr auffindbare Unterlagen sprechen von einem alten Handelsweg von Köln nach Trier. Er führte über Sötenich. Auch eine Stolzenburgsage nimmt darauf Bezug. Die Straße soll in römischer Zeit schon benutzt wurden sein. Wenn dieses zutreffen sollte, wird es sich wohl um eine alte keltische Salzstraße handeln. Die Reste dieser alten Straße sind noch heute zu sehen. Sie führte oberhalb der Bannalmühle über den Elzenberg, am Kriegerdenkmal, wo auch die alte römische Wasserleitung sichtbar ist, wieder ins Tal, dann über die Dorfstraße hinauf, vorbei am Wachtborg unterhalb der Spick wieder in das Tal der Urft.

Der Grund für diese Wegführung war trotz der steilen Straßenwege das Flußbett der Urft, die damals durch die Niederungen am Fuße des Elzenberges floß. Später wurde hier die Straße nach Kall gebaut.

Über dieser steilen Felswand stand über 1000 Jahre die Stolzenburg

Zur geschichtlichen Klärung über die Entstehung und Bedeutung der Stolzenburg sind folgende Feststellungen zu treffen:

Um die Jahrhundertwende untersuchte der bekannte Historiker Ahnig die Stolzenburg. Die baulichen Reste verlegte er in die Römerzeit, ebenso hielt er die dort gemachten Funde für solche römischen Ursprunges. So kam er zu der Annahme, dass es sich hier um ein altes Römerkastell handelte.(Quelle: Aachener Geschichtsverein II, Seite 329)

Dr. Wachenroder stellte jedoch fest, dass es sich um eine mittelalterliche Höhenburg handelt. (Quelle: Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden, Seite 372).

Pfarrer Reinartz aus Kreuzweingarten hat die sich in seinem Besitz befindenden Fundgegenstände der Stolzenburg untersucht. Es handelt sich um Gefäßscherben, die ein keil und gitterförmiges Muster als Randverzierung tragen. Sie stammen aus der Zeit der Karolinger.(751- 911).Quelle für diese Feststellung: Mitteilung der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde Sonderdruck.

Im 13. Jahrhundert war die Burg unter dem Namen “Stolzenfels” bekannt. Bis zum Jahre 1252 saßen die Ritter von Dalbenden auf der Burg. Henricus de Dalbende ließ sich dann 1252 in Dalbenden bei Urft nieder, doch blieb die Burg Stolzenfels in seinem Besitz. Wegen Schulden verkaufte Friedrich von Dalbenden 1337 seinen Besitz an Edmund von Gymnich für “300 Mark kölsch”. Das Rückkaufrecht behielt er sich vor.   (Quelle: Akten des Reichskammergerichtes, K 212, Stadtarchiv Düsseldorf)

Dr. Wachenroder vertritt die Ansicht, dass in dieser Zeit bis 1405 ein Ritter Johann von Sötenich auf der Burg gewohnt hat, der als ehemaliger Burgmann von Münstereifel mit dem Sötenicher Lehnshof (später Cramer, Ferfer) belohnt worden war. Im Jahre 1399 machte dann Wilhelm von Dalbenden von seinem Rückkaufrecht Gebrauch und erwarb den ganzen Besitz als Lehen wieder von der Gymnicher Landesherrlichkeit.(Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf, Steinfelder Urkunden). So kam der Stolzenfels wieder in den Besitz der Ritter von Dalbenden. Die Herrenhöfe in Dalbenden gehörten zum Gerichte Keldenich im Jülicher Amt Münstereifel. (Quelle: Lagerbuch der Kellerei zu Münstereifel)

Urkunden des Jahres 1425 aus dem Kloster Steinfeld weisen aus, dass die Ritter von Dalbenden auch Beziehungen zu Steinfeld hatten. Die Stolzenburg wird dann 1643 wieder in den Prozeßakten des Reichskammergerichtes erwähnt. Sie hatte also die Wirren des Dreißigjährigen Krieges überstanden. (Quelle: Reichskammergerichtsakten, K 212, Stadtarchiv Düsseldorf).   

Im 17. Jahrhundert kam die Stolzenburg unter die Schutzherrschaft des Herzogs von Jülich, nachdem das Geschlecht der Ritter von Dalbenden ausgestorben war. (Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf: Jülich'sche Lehen, Nr. 36).

1794 ist dann die Stolzenburg bei der Besetzung den Rheinlandes durch französische Truppen zerstört worden. Sie teilte somit das Schicksal so vieler Burgen und Schlösser der Eifeldynastien. Eintausend Jahre war die Stolzenburg eine Schutz und Trutzburg im Urfttal bei den vielen Kriegswirren, die das Urfttal nicht verschonten und bei dem ewigen Kampf gegen das Raubgesindel, das die Eifel unsicher machte.

 

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