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Die soziale und wirtschaftliche Struktur Sötenichs im 19. Jahrhundert

Eine Stiftung die auf die Industrie in Sötenich hinweist, ist der Beschluss des Unterstützungsvereins des Herzoglich- Arenbergischen Bergbetriebes zu Sötenich in Betreff der Verwendung der übrig gebliebenen Gelder für die Angehörigen der einberufenen Bergleute aus 10.9.1871.

Eine Urkunde besagt, dass ein jährliches Hochamt mit Predigt und Segen in der Kapelle gehalten worden soll und zwar zu Ehren der hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Es sollte jeweils am 1. Sonntag nach dem 1. Dezember gehalten werden. Alle Mitglieder des Vereins sollen dann zur gemeinschaftlichen hl. Kommunion gehen. Dafür wurden 80 Taler deponiert.

Auch wurde beschlossen, eine Fahne anzuschaffen mit dem Bildnis der hl. Barbara. Auf der Rückseite soll das Wappen der Bergleute angebracht werden, sowie die beiden gekreuzten Bergmannshämmer und die Widmung: „Gewidmet in den Jahren 1870 und 1871 von den Bergleuten des Beust und Hackstollen in Sötenich“.

Ein Namensverzeichnis gibt Aufschluss über die Mitglieder. Es gibt einen Einblick in die soziale Struktur der Ortschaft in den Siebziger Jahren. Im Beuststollen waren damals 129 Personen beschäftigt als Obersteiger, Steiger, Stürzer und Vorwieger, als Maschinenwärter, Zimmermann oder Zimmerhauer, Maurer, Oberhauer und Bergmann. Aus Sötenich waren 3 Steiger, 1 Aufseher, 1 Stürzer, 2 Oberhauer, 1 Zimmerhauer, 1 Maurer, 2 Maschinenwärter und 40 Bergleute, insgesamt 51. Die übrigen waren aus den umliegenden Ortschaften, davon aus Rinnen allein 32 Männer.

Sötenich hatte schon 1871 weniger bäuerlichen, sondern mehr industriellen Charakter. Die Zahl der Bewohner des Jahres 1871 reichte an 400 Seelen.

Obwohl nun Industrie in Sötenich war, war der Ort alles andere als wohlhabend. Die Entlohnung war außerordentlich gering. So verdienten die Arbeiter im Stollen täglich 5 Silbergroschen = 60 Pfennige, die Steiger und Aufseher hatten 10 Silbergroschen = 1,20 DM, was einem halben preußischen Taler gleichkam. Dabei war die Arbeit durchaus nicht ungefährlich, wie viele, zum Teil schwere Unglücksfälle beweisen.

Über das Alter des Stollens ist zu sagen, dass die Zahlen von 1883 und 1889 am Eingang des Stollens irritierten. Es handelte sich hier offenbar um einen Neubau, denn der Stollen stellte schon 1889 den offiziellen Betrieb ein, weil das Erzlager in seiner Ergiebigkeit nachließ und die Abbaukosten zu hoch wurden.

Das Sötenicher Erz war so gegenüber den ausländischen Erzen nicht mehr konkurrenzfähig. Hinzu trat noch der überaus kostspielige Transport. Das gewonnene Erz wurde seinerzeit durch Lohnfuhrwerke abgefahren. Die Fuhrwerke brachten es zu den Eisenhütten und Hammerwerken im Schleidener Tal, insbesondere nach Oberhausen und Blumenthal, soweit es nicht örtlich verarbeitet wurde. Die fertigen Eisenwaren gingen dann wieder durch das Lohnfuhrwerk in das Innere von Deutschland, teilweise sogar bis nach Polen.

Der katastrophale Zustand der Eifelstraßen, die trotz dringender Vorstellungen der Eifelindustrie viel zu spät von den Behörden in Ordnung gebracht wurden, verteuerte die Frachtkosten und trug mit dazu bei, die Eifelindustrie unrentabel zu machen.

Vor allem aber tragen die Behörden Schuld an dem Erliegen oder Verlagern der Eifelindustrie in den rheinischen Raum, indem sie immer wieder den Anschluss der Eifel an das Bahnnetz verhinderten und so eine Erschließung der Eifel durch die Eisenbahn boykottierten.

Erst als die Eisenindustrie in der Eifel fast ruiniert und verlegt war, wurde das damalige Zentrum der Eifeler Eisenindustrie im Schleidener Tal 1884 viel zu spät durch die Bahnstrecke Kall-Hellenthal erschlossen.

 

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