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Der Beuststollen in Sötenich

Die Gründung:

Über die Entstehung den Beuststollens, der 1839 eingeweiht wurde, liegen keine näheren Angaben vor. Die örtliche Überlieferung behauptet jedoch, dass es sich um einen Stollen handelt, der „Jahrhunderte alt“ gewesen sein soll. Diese Ortsüberlieferungen können teilweise aber auch durch Dokumente belegt werden:

1847 wurde der Prozess wegen Überlassung der 30. Karre Eisenerz an die Geistlichkeit zu Gunsten der Kirchengemeinde Sötenich entschieden.

1829 berichtete Peter Linden von einem Verkauf der Eisenerz-Konzession an den Herzog von Arenberg. Vor der Säkularisation überwachte ein herzoglicher Beamter des Herzogs von Jülich die Eisenproduktion.

Die Größe:

Das Eisenerzbergwerk, der so genannte Beuststollen, der schon im 18. Jahrhundert vor 1796, dem Jahre der Säkularisation bestand, war ein weit verzweigtes Bergwerk. Fast die ganze Sötenicher Mulde ist davon unterhöhlt. Die Gänge gehen bis unter den Kropel (etwa 1 km) und bis unter den Gierzenberg (3 km), wo heute noch bis vor Jahren ein Einstieg in das Bergwerk war. Das Bergwerk, das sich stellenweise über 50 Meter unter der Erdoberfläche hinzieht wurde im Kriege als Luftschutzbunker benutzt und war absolut sicher. Allerdings sammelte sich oft viel Wasser in den Gängen, so dass dann ein kleiner Bach entstand.

Der Name „Beuststollen“:

Ein im Bergbau erfahrenes Land ist Sachsen. Und so waren in Keldenich und Sötenich auch viele Knappen im Bergbau tätig, die später wieder in ihre Heimat, das Erzgebirge, zurückkehrten. Sie lehrten der Bevölkerung in unserer Heimat die Kunst des Bergbaues unter Tage, da man bisher nur über Tage gearbeitet hatte.

Auch die ersten Bergmeister, z. B. Karl Friedrich Zampe (1776 1839), der führend im Erzbergbau gewesen war, hat sich um den hiesigen Bergbau, besonders in Mechernich, sehr verdient gemacht.

Auch im Ruhrgebiet finden wir einige Zechen, die den Namen „Beust“ tragen. Graf von Beust, der von 1809 1886 gelebt hat, war sächsischer Staatsmann und hat sich seinerzeit als Innenminister große Verdienste um den sächsischen Bergbau, überhaupt um den Bergbau insgesamt erworben. Darum liegt auf der Hand, dass man Zechen und Erzstollen, namentlich solche, wo sächsische Bergleute beschäftigt waren, nach ihm benannte.

Zuletzt noch ein kleiner Überblick über den Eifeler Eisenerzbergbau:

In der Blütezeit des Jahres 1851 bestanden im Kreise Schleiden immerhin 22 Hochöfen und 17 Eisenhämmer, die damals mit Wasserkraft betrieben wurden. Jedes Hüttenwerk benötigte jährlich im Durchschnitt 2250 Karren Eisenstein.

Insgesamt wurden 228.000 Zentner Eisen produziert. Die Eisenindustrie des Kreises Schleiden beschäftigte 352 Fuhrleute und 2637 Arbeiter. Der gesamte Umsatz (einschließlich Löhne, Frachtkosten, Wasserschutzanlagen, Holzkohle) betrug 409.600 Taler, die zu ca. 65% im Kreise verblieben.

Die Eisenindustrie brachte in dieser Zeit manchen Nebenerwerbszweig hervor. Auf das Lohnfuhrwerk, das in Sötenich betrieben wurde, ist schon hingewiesen worden. Aber noch ein anderer Nebenerwerb kam in Blüte, der so genannte „wilde Bergbau“.

Aus der schon erwähnten Liste des Unterstützungsvereins des HerzoglichArenbergischen Bergbaubetriebes zu Sötenich war mit einer Ausnahme niemand von Kall und Keldenich im Sötenicher Stollenbetrieb beschäftigt. Dieser Umstand wird damit erklärt, dass die Bewohner von Kall teilweise auf ihren Grundstücken Bleierze und Eisenstein im 1 4 MannBetrieb gegraben und gefunden haben. Dieser wilde Bergbau fand auch in Sötenich starke Nachahmung. Manche Stollen der Sötenicher Gemarkung wiesen bis vor Jahren noch darauf hin, besonders am Heuweg auf dem Weg nach Keldenich.

In der Sötenicher Gemarkung traten Eisenstein und Bleierde bis an die Erdoberfläche. Die Erzfunde waren fast vollständig rein, so dass kaum Abraum entstand. Allerdings waren die Erzquellen recht klein und schon bald erschöpft.

Die Keldenicher wurden auf dem Bergwerk am Tanzberg beschäftigt. Sie haben auch wilden Bergbau betrieben, der sehr erträglich war. Aber er hatte große Gefahren, weil diese wilden Erzsucher sich nicht an die Sicherheitsvorschriften hielten und sie auch oft kaum errichten konnten. So stürzten oft genug Stollen ein und erschlugen die Bergleute.

Die Holzfäller waren auch durch die Eisenindustrie bevorteiligt. Die Hochöfen wurden derzeit meist mit Holzkohle oder Holz angefeuert und unter Feuer gehalten. Dies erforderte jährlich etwa 2000 Klafter Holz. Ein Klafter Holz sind 3,3 cbm und kostete damals etwa vier Taler.

Auch das Köhlergewerbe war für die Reitwerke tätig. In Sötenich stand Anfang des 19. Jahrhunderts noch ein solcher Kohlenmeiler unterhalb der Stolzenburg auf dem Waldweg nach Sötenich. Der Köhler machte aus Buchenholz die Holzkohle, die wegen ihrer Hitzeentwicklung sehr beliebt und begehrt war. So kam es denn, dass oft ein erheblicher Mangel an Holzkohle bestand und die Köhler einen guten Absatz hatten. Der Waldbestand des Kreises, der in frühester Zeit einmal für unerschöpflich gehalten wurde, schrumpfte mehr und mehr zusammen.

Einen Einblick in die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse geben zwei Landverkäufe der Kirchengemeinde bzw. Kapellengemeinde Sötenich aus dem Jahre 1867. Die sind interessant für den damaligen Landpreis und die zu errichtende Bahnstrecke KölnTrier.

Am 25. Juni 1867 wurde zwischen Pfarrer Wilhelm Josef Bartz, Johann Preußer, Obersteiger Johann Peter Sistig, handelnd als Vertreter des Kirchenvorstandes zu Keldenich und der annexierten Kapelle Sötenich einerseits und dem damaligen Grunderwerbskommissar Notar a. D. Matthias Gaul in Köln, handelnd als Vertreter der Rheinischen Eisenbahngesellschaft anderseits, ein Grundstücksverkauf getätigt.

Die Rheinische Eisenbahngesellschaft kaufte von der Kirchengemeinde Keldenich-Sötenich die in der Bürgermeisterei Keldenich liegende Flurabteilung, genannt Guckgucksbenden, eingetragen im Kataster Flur XVIII, Nr. 66, einen Flächenraum von einem Morgen (41 Ruhten und 90 Fuß) Wiesenland.

Der Kaufpreis betrug insgesamt 332 Taler, 25 Silbergroschen und 6 Pfennige. Die Quadratruthe kostete demnach einen Taler und 15 Silbergroschen. Der Verkauf war notwendig zur Errichtung der Bahnstrecke KallGerolstein. 1868 wurde sie gebaut. Sie war zwar bis Trier geplant, wurde aber durch die Kriegsereignisse des Jahres 1870 unterbrochen.

Die bei Metz am 27.Okt.1870 gefangenen Franzosen (183.000 Mann) wurden von Gerolstein, wohin sie mit ihrer Wache marschieren mussten, ins Innere Deutschlands befördert. Bei Ausbruch des Krieges war ein Personentransport auf dieser Bahn nur bis Kall möglich.

Ursprünglich war übrigens geplant, nicht in Kall, sondern an der Sötenicher unteren Mühle den Bahnhof Kall-Sötenich zu bauen, um das Gefälle von 16 Metern von der Wallenthaler Höhe auszunutzen, da nämlich nach dem Tunnel das Gelände langsam fällt.

Der damalige Bürgermeister Hubert Reuter aus Sötenich brachte diesen Plan jedoch zum Scheitern. Er wollte nach Sötenich keinen Bahnhof, weil er befürchtete, dass dadurch der Vorspanndienst und das Lohnfuhrwerk, welche viele Sötenicher und auch ein Teil der Familie des Bürgermeisters Hubert Reuter betrieben, Einbußen erleiden würde. Diesem Protest wurde schließlich nachgegeben. Dadurch bekam Sötenich damals keine Bahnstation und machte infolgedessen auch nicht die Entwicklung durch wie sie Kall durchgemacht hat, weil es sogar Umsteigebahnhof wurde.

Im ursprünglichen Plan war zunächst vorgesehen, die Abzweigung nach Hellenthal vom Sötenicher Bahnhof ausgehen zu lassen. Kall wurde damals nicht als Bahnstation gewählt, weil es aufgrund seiner Struktur seinerzeit völlig bedeutungslos war.

Sötenich war damals doppelt so groß wie Kall und die Gemeinde Sötenich besaß das gesamte Land diesseits der Urft bis zum Stürzerhof hinter Heistert.

Auch das Gebiet der damaligen Bleihütte gehörte noch zu Sötenich. Zu Sötenich war der Sitz der Gemeindebehörden, sogar eine Polizeistation war hier.

Zwischen dem Kirchenvorstand von Keldenich, vertreten durch die Herren Sistig, Anton Nöthen, beide Landwirte in Keldenich, Lehrer Theodor Krings, Hubert Reuter und Bürgermeister in Sötenich einerseits und dem Königlichen Notar im Friedensgerichtsbezirk Gemünd, Heinrich Theodor Strasser und dem Oberförster Peter Oberstreis, beide wohnhaft in Schleiden, handelnd im Auftrage Seiner Durchlaucht des Herren Engelbert Herzog von Arenberg, Rentner und Gutsbesitzer zu Recklinghausen anderseits, wurde am 30.8.1865 wegen Verkaufs einer Kapellenwiese an den Herzog von Arenberg ein Kaufvertrag abgeschlossen.

Diese Wiese lag in der Bürgermeisterei Kall in der Flurabteilung „Im Thiergarten“ und hatte eine Größe von einem Morgen, 29 Ruthen und 10 Fuß. Sie ist katastiert unter Flur 4, Nr. 377 und liegt neben (ehemals) Wilhelm Paulus zu Sötenich.

Der Kaufpreis betrug pro Ruthe 2 Taler, im ganzen 218 Taler und 6 Silbergroschen. Diese Summe übergab Herr Oberstreis dem Kirchenvorstand in bar gegen Quittung.

Dieser Kaufvertrag wurde durch den damaligen Verweser des Erzbistums Köln, Bandrio, genehmigt.

 

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