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Das Kriegs- und Zivilleben im 18. Jahrhundert in Sötenich

Zu kriegerischen Handlungen kam es im Kreise Schleiden im Anschluss an den Spanischen Erbfolgekrieg. 1715 brachte Kaiser Karl VI. Luxemburg und Schleiden in seine Gewalt. Er verleibte dieses Gebiet dem Hause Österreich ein. Die Fürsten und Stände Westfalens waren mit Machtzuwachs des Kaisers allerdings nicht einverstanden. Nachdem die Verhandlungen mit dem Kaiser erfolglos abgebrochen waren, besetzten Truppen westfälischer Dynastien das Schleidener Gebiet. Der Kaiser ließ durch spanische Soldaten die deutschen Truppen aus dem Schleidener Gebiet vertreiben.

So unterstand die Grafschaft Schleiden, zu welcher auch der Ortsteil Sötenich auf der Kaller Seite angehörte, weiterhin dem Herzogtum Luxemburg und damit dem spanisch-österreichischen Kaiserhaus.

Schwere Abgaben wurden der Schleidener Grafschaft auferlegt. 1716 mussten die Bewohner der Grafschaft Schleiden, zu dem auch Sötenich jenseits der Urft gehörte, 5794 Goldgulden für die Unterhaltung der Kaiserlichen Truppen aufbringen. Für den Fall, dass die Bewohner den auf sie entfallenden Steuerteil nicht aufbringen konnten, mussten sie Haus und Hof verlassen, die dann der Versteigerung verfielen.

Auch aus dem Jahre 1769 sind die Abgaben dieser ungeheuren Steuern noch bekannt. Sie betrugen 8795 Goldflorin und 5 Stüber. Für die Hofhaltung der Luxemburger Grafen wurde eine zusätzliche Steuer verlangt. Sie betrug nach unserer Geldwährung etwa 7480 DM. Auch 1770 mussten die gleichen Summen aufgebracht werden. Das waren unglaublich hohe Summen in Anbetracht des Verdienstes der Bewohner, die täglich nur 2 3 Silbergroschen = 24 - 36 Pfennige betrug.

Zu diesen enormen Steuerlasten traten noch die indirekten Steuern. So musste jeder Untertan, der Wein kaufte, für jedes Ohm Wein, - ein altes Litermaß von 160 Liter - eine Zapfsteuer von 39 Albas, ein Albas = 3 Pfennige und eine Verbrauchssteuer von 26 Albas zahlen. Das war für die Wirte und das Volk eine schwere Abgabe.

Der Weinverbrauch war damals in der Eifel bedeutend höher als heute. Der Grund liegt in der Nähe der Weinbaugebiete Ahr und Mosel. Diese Weinbaugebiete mussten Ihre Erzeugnisse wegen der schwierigen Transportlage in entferntere Gebiete in der näheren Umgebung absetzen. Bier wurde in der Eifel zu jener Zeit weniger getrunken, sonst wäre der Bierverbrauch sicherlich besteuert worden. Aber dieser geringe Bierabsatz hatte auch seine Gründe:

Das Recht zur Herstellung von Bier war an die Genehmigung der Landesherren geknüpft. Außerdem durfte seit 1516 zur Herstellung von Bier nur Gerste, Hopfen und Wasser verwandt werden. Des weiteren spielt die damalige schwierige Transportfrage wiederum eine Rolle, denn der Hopfen musste aus Böhmen, wo er wegen des milden Klimas angebaut werden konnte, transportiert werden.

Dann durfte ab dem Jahr 1553 Bier nur in den Wintermonaten gebraut werden. Hier wurde die Aufbewahrung in kühlen Räumen natürlich von Bedeutung. Wegen der schlechten Wegverhältnisse in der Eifel konnte aber das Bier nur im Sommer in die Eifel gebracht werden. Aus diesen Gründen ist der damalige geringe Biergenuss in der Eifel verständlich.

Der Branntwein hatte damals eine relativ geringe steuerliche Bedeutung, da die Untertanen ihren Bedarf an diesem Getränk selbst herstellten. Auch Lebensmittel des täglichen Gebrauches wurden besteuert. Von einem Malter Weizen, einem Getreidemaß von 187 Litern, wurden 3 Albas an Steuern verlangt. Es ist schon verständlich, dass die Eifelbewohner in der Französischen Revolution und dem Kaiser Napoleon ihre Befreier sahen, denn trotz mancher Unannehmlichkeiten befreiten diese die Bevölkerung von den erdrückenden hohen Steuerlasten.

Kriege und Raubzüge verschonten im 18. Jahrhundert auch die Sötenicher Mulde nicht. Ein kurzer Satz aus dem Jahre 1743 spricht von den Leiden der Bevölkerung durch die ewigen Kriegszüge. Damals lagen im Sötenicher Raum brabantische Truppen. Das Gebiet von Brabant gehörte im Mittelalter zu den Niederlanden. Es ist das heutige Flandern mit der Hauptstadt Löwen. Diese Truppen brachten schwere Krankheiten in unser Heimatgebiet, an denen damals viele Menschen starben.

Hierbei handelt es sich um Kriegsereignisse aus dem österreichischen Erbfolgekrieg von 1741 1748 als die Niederlande mit den Franzosen kämpften. Der Friede kam damals im Jahre 1748 in Aachen zustande.

 

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